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Seit vielen Jahren analysieren wir jährlich die Marktpotenziale, Chancen, Risiken und Perspektiven im Bereich Windenergie. Unsere Studien werden von zahlreichen Fachleuten und Brancheninsidern gelesen. Sie geben eine realistische Einschätzung der aktuellen Situation wieder und prognostizieren die zukünftige Entwicklung.

Ein Vergleich der Prognosen und Ist-Werte zeigt, dass unsere Vorhersagen oft genau zutreffen. Somit bilden sie eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage für alle Marktteilnehmer im Windenergiebereich.

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Kurzanalyse des Marktes für
Windkraft in Deutschland 2018 (Auszug)

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
1.1 In eigener Sache
2 Gesetzliche Grundlagen
2.1 Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien 2017
3 Marktpotenziale in Deutschland
3.1 Ziele der Bundesregierung
3.2 Ausschreibungen
3.3 Windenergienutzung offshore
3.4 Repowering
3.5 Fachbeitrag wind-turbine.com GmbH: Repowering und Ausschreibungen Eine Bootsfahrt ins ungewisse
3.6 Fachbeitrag IPH Hannover: Entwicklung einer Methode zur Standortanalyse von bestehenden Windparks und zu Bestimmung des Repoweringpotenzials
4 Marktpotenziale im Ausland
4.1 Entwicklung bis 2022 (weltweit)
5 Betriebsführung und Service
6 Anlagentechnik
6.1 Fachbeitrag von enovation GmbH: eno114 und eno126 mit 4.8 MW Nennleistung
6.2 Fachbeitrag: Spinner-Anemometer iSpin von ROMO Wind: Mehr Ertrag durch Windmessung am Spinner
7 Marktbefragung
7.1 Unternehmensformen
7.2 Mitarbeiter
7.3 Geplante Projekte in Deutschland bis 2020
7.4 Stand der Expansion ins Ausland
7.5 Erschließung neuer Geschäftsfelder
8 Zusammenfassung und Perspektiven

Einführung

Die Aufstellungszahlen im Jahr 2017 in Deutschland haben einen neuen Rekordwert erreicht. Mit der Errichtung von 1.792 Windenergieanlagen (WEA) an Land und 222 Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) mit Netzeinspeisung und einer neu installierten Leistung von 6.583 MW wurde ein Wachstum von 20,9 % gegenüber dem Vorjahr (5.443 MW) erzielt. Die am Netz befindliche Windenergieleistung konnte damit von 1991 bis Ende 2017 von 108 MW auf 50.766 MW an Land und 5.387 MW auf See gesteigert werden. Mittlerweile drehen sich in Deutschland mehr als 28.675 WEA an Land und 1.169 OWEA auf See. Im Jahr 2017 produzierten die installierten Windenergieanlagen 106,6 Milliarden KWh. Das entsprach 16,2 % der deutschen Bruttostromerzeugung.

Deutschland belegt im Bereich Windenergienutzung weltweit den dritten Rang mit einer installierten Leistung von 56.153 MW nach China (118.392 MW) und den USA (89.077 MW). Auf den weiteren Plätzen folgen Indien (32.848 MW), Spanien (23.170 MW) und Großbritannien (18.872 MW).

Die Reaktorkatastrophe im März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan führte zu einem starken Umdenken zu Gunsten einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien. Aufgrund der dortigen Vorfälle beschloss die Bundesregierung einen radikalen Wechsel ihrer bisherigen Atompolitik (u. a. sofortiges Abschalten von acht Kernkraftwerken und der stufenweise Atomausstieg bis 2022) bzw. Energiepolitik. Am 30. Juni 2011 beschloss der Bundestag mit großer Mehrheit (513 Stimmen) das „13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes“ das die Beendigung der Kernenergienutzung und Beschleunigung der Energiewende in Deutschland regelt.

Das Thema Energiewende ist seitdem ein zentraler Diskussionspunkt in der deutschen Politik und in vielen öffentlichen Debatten. Wie so oft, geht den Gegnern die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmenpakete viel zu schnell und den Befürwortern viel zu langsam voran. Aber bei aller Kritik, es geht wirklich voran, besonders was den Ausbau der Windenergie anbelangt. Die seit dem März 2018 in Deutschland regierende große Koalition (CDU, CSU und SPD = GroKo) äußern sich dazu in ihrem Koalitionsvertrag wie folgt: „Wir führen die Energiewende sauber, sicher und bezahlbar fort. […] Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende und Klimaschutzpolitik ist ein weiterer zielstrebiger, effizienter, netzsynchroner und zunehmend marktorientierter Ausbau der erneuerbaren Energien.“

Nachdem sich die Europäische Union auf dem Brüsseler Frühjahrsgipfel Anfang März 2007 auf das verbindliche Ziel geeinigt hat, dass bis 2020 EU-weit 20 % des Gesamtenergieverbrauches aus erneuerbaren Energien stammen sollen, wurde anschließend festgelegt, welche Quoten die einzelnen Länder zu erfüllen haben. Dabei wird als Ziel für Deutschland eine Quote von 18 % (Ist-Wert Ende 2015 14,6 %) angestrebt. Im Juni 2018 haben sich die drei großen Gremien der Europäischen Union (EU) sogar darauf verständigt, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung der EU-Mitgliedsstaaten bis zum Jahr 2030 auf 32 % zu steigern. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, beabsichtigt die Bundesregierung, den Anteil der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien auf etwa 65 % bis 2030 zu erhöhen.

Der Ausbau der Windenergienutzung soll dabei weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen. Unterstrichen wurde dieser Wille auch durch entsprechende konkrete Formulierungen im Koalitionsvertrag, wo Sonderausschreibungen in Höhe von je vier Gigawatt Onshore-Windenergie und Photovoltaik sowie ein Offshore-Windenergiebeitrag zugebaut werden, je zur Hälfte wirksam in den Jahren 2019 und 2020. Voraussetzung dafür ist die Aufnahmefähigkeit der entsprechenden Netze.

Aktuell gilt das EEG 2017, das am 1. Januar 2017 in Kraft getreten ist und am 17. Juli 2017 sowie letztmalig am 8. Juni 2018 geändert wurde. Neben dem Ausbau an Land soll auch das Ausbaupotenzial auf See mittel- und langfristig verstärkt genutzt werden. Erstmals wurde im EEG ein konkreter Ausbaupfad für die Windenergie festgelegt. An Land soll der Brutto-Zubau der Windenergieanlagen 2017 bis 2019 jeweils 2.800 MW betragen bzw. ab 2020 pro Jahr 2.900 MW. Auf See soll die installierte Kapazität auf insgesamt 6.500 MW im Jahr 2020 bzw. auf 15.000 MW im Jahr 2030 steigen. Die Ausbaudynamik auf See hat sich in den letzten Jahren in Deutschland erheblich verstärkt, und weitere genehmigte Projekte befinden sich bereits im Bau. Seit 2017 gab es auch in der Windenergie Ausschreibungen, sowohl für Projekte auf See als auch an Land. Die Ergebnisse waren für viele Akteure sehr überraschend, da die Preise für Wind auf See in der Ausschreibung April 2017 und 2018 teilweise auf null Cent gefallen sind. An Land fielen die Zuschlagspreise bedingt durch die stark privilegierten Bürgerenergiegesellschaften (BEG) in den Ausschreibungen von Mai, August und November 2017 von gewichteten Durchschnittswerten von 5,6 Cent auf etwa 3,8 Cent pro Kilowattstunde für einen 100-%-Standort. Im Februar und Mai 2018 kam es dann aufgrund der Gesetzesänderung (alle Teilnehmer mussten eine BImSchG-Genehmigung nachweisen) zu einer Stabilisierung der Preise auf einen gewichteten Durchschnittswert von 4,73 bzw. 5,73 Cent pro Kilowattstunde. Bei der Mai Ausschreibung kam es sogar zu einer Unterzeichnung, da auf die ausgeschriebene Menge von 670 MW nur 604 MW an Geboten abgegeben wurden.

Das Thema Repowering nimmt in Deutschland einen immer höheren Stellenwert ein. Im letzten Jahr konnten von den neu errichteten 1.792 WEA bereits 315 als Repowering-Anlagen identifiziert werden. Das entspricht einer Leistung von 952 MW und einem Repowering-Anteil von 18 % am Brutto-Zubau des Jahres. Diese Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren weiter beschleunigen, da nur begrenzte Windvorrangflächen zur Verfügung stehen und diese optimal durch neueste Anlagentechnik genutzt werden sollten.

Das 2015 verabschiedete Pariser Klimaschutzabkommen sollte auf internationaler Ebene beim Klimaschutz den großen Durchbruch bringen. Allerdings kündigten die USA, als einer der weltweit größten CO2-Emittenten, das Abkommen unverständlicher Weise Mitte 2017 wieder auf (Austritt zum Jahr 2020). Das bedeutet einen herben Rückschlag bei den Bemühungen, dass avisierte Ziel zu erreichen, die globale Erwärmung auf weniger als 2 °C gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen.

Die Windenergienutzung hat im letzten Jahr weltweit etwas an Dynamik verloren, was primär auf die niedrigeren Zubauraten in China zurückzuführen ist. Im letzten Jahr wurden weltweit 52.492 MW (Vorjahr 54.642 MW) neu installierter Windenergieleistung errichtet, was einem leichten Rückgang von 3,9 % entspricht. Besonders hervorzuheben ist hier die Entwicklung in China (+19.500 MW), den USA (+7.000 MW) und Indien (+4.100 MW). Insgesamt wurden bis Ende 2017 etwa 539.139 MW Windenergieleistung installiert.

Bis zum Jahr 2022 sollen weltweit inklusive der Offshore-Parks weitere 300.000 MW hinzukommen. Das entspricht einem Investitionsvolumen von mehr als 300 Mrd. Euro. Beim weiteren Ausbau kann Asien seine Führungsposition weiter festigen. In den nächsten fünf Jahren sollen in Asien alleine 141.000 MW und in Europa 76.000 MW neuer Leistung errichtet werden. Potenziale bieten hier weiterhin Großbritannien, Schweden, Spanien, Frankreich, Italien und mittelfristig auch osteuropäische Länder. Daneben sind weiterhin die USA und Indien sehr interessant, aber auch Kanada, Brasilien, Argentinien, Mexiko und Chile haben ambitionierte Ausbaupläne.

Neben dem Onshore-Bereich schreitet die großtechnische Offshore-Windenergienutzung in Großbritannien, Deutschland, China, Dänemark, Niederlande, Belgien und den USA weiter voran. Ende 2017 waren 18.814 MW (+4.321 MW gegenüber dem Vorjahr) Offshore-Windenergieleistung weltweit installiert. Die Risiken wurden teilweise unterschätzt und sind immer noch lange nicht vollständig erkannt. Daher sind nur wenige WEA-Hersteller bereit, diese erheblichen Risiken einzugehen. Es wird eine hohe Finanzkraft benötigt, um den Offshore-Bereich zu forcieren.

Aufgrund des teilweise starken Wachstums der Windbranche wurden der Betrieb und Service der errichteten Anlagen teilweise vernachlässigt. Es mangelte an dem notwendigen Fachpersonal und teilweise auch an einer vernünftigen Ersatzteilversorgung seitens der Hersteller. Immer mehr Betreiber fordern deshalb eine professionelle Betreuung, die eine hohe technische Verfügbarkeit der Anlagen gewährleistet. Zwar hat sich die Situation grundsätzlich verbessert, aber in diesem Bereich müssen weiterhin erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen über die angestrebte Lebensdauer von mindestens 20, 25 Jahren sicherzustellen.

Zurzeit werden in Deutschland onshore primär Anlagen der 3,5-MW- bis 4,5-MW-Klasse mit Rotordurchmessern von 115 bis 141 m aufgestellt. Für diese Anlagengrößen liegen teilweise Erfahrungswerte vor, so dass die Stör- und Ausfallanfälligkeit dieser WEA reduziert werden konnte. Um die Fehlerfrüherkennung zu verbessern und damit größere Schäden zu vermeiden, werden verstärkt Zustandsüberwachungssysteme erfolgreich eingesetzt. Die Entwicklungsdynamik in der Anlagentechnik ist weiterhin hoch, bedingt auch durch den starken Preisverfall bei den Anlagenpreisen. Für Standorte mit nur schwachen bis mittelstarken Windaufkommen, also primär im Binnenland, werden verstärkt Windenergieanlagen mit bis zu 150 m Rotordurchmesser und Nabenhöhen bis 165 m angeboten. Wie sich diese Anlagen in der Praxis langfristig verhalten werden, ist noch nicht absehbar, da nur bedingt Erfahrungswerte vorliegen.

Neben Prototypentwicklungen mit mehr als 10 MW Nennleistung (für die spätere Offshore-Nutzung) im Computer wurden in den letzten Monaten Serienanlagen mit 6,0 MW von GE, 6,2 MW von Senvion 7,0 MW von Siemens, und 8,8 MW von MHI Vestas offshore errichtet.

In den letzten zwanzig Jahren ist in Deutschland eine Vielzahl hoch spezialisierter Windkraftprojektierer entstanden. Dabei übernehmen diese Firmen nicht nur die Projektierung, sondern sind oftmals auch für die spätere Verwaltung bzw. Betriebsführung der Windparks verantwortlich. In diesem Bereich sind aktuell etwa 160 bis 170 Unternehmen primär tätig, die mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigen. In der gesamten Windbranche werden mittlerweile mehr als 160.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Um fundierte Aussagen über die zukünftige Entwicklung in der Windbranche machen zu können, haben wir im September 2017 eine Marktbefragung unter 59 deutschen Windkraftprojektierern durchgeführt.

Die Aussichten für die deutschen Projektentwickler für die nächsten drei Jahre sind nur befriedigend, auch wenn die von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Sonderausschreibungen von 4.000 MW Wind an Land tatsächlich durchgeführt werden. Wir gehen in Deutschland an Land für 2018 von 4.000 MW neu installierter Windenergieleistung aus. Im kommenden Jahr werden die Errichtungszahlen stark einbrechen, bevor sie sich 2020 wieder leicht erholen. Auf See gehen wir von Projekten mit mindestens 2.400 MW bis Ende 2020 aus, die neu ans Netz gehen werden.

Durch die Eintrübung der Marktaussichten wird die Konsolidierung in der deutschen Windbranche und hier besonders der klein- und mittelständischen Projektentwickler weiterhin schnell voranschreiten. Grund hierfür sind die niedrigen Gebotspreise in den Ausschreibungen, der dadurch weiterhin bestehende Preisdruck auf die Windenergieanlagenpreise und damit verbunden auch auf alle Zulieferer und Dienstleister